Plakatschätze aus der Sammlung Donau: Künstlerbiographien

Paul Aigner (1909 - ?)
Von 1932 bis 1960 arbeitete Aigner in Wien vorrangig für Filmfirmen (Tobis, Wien-Film, Ufa). Nach 1945 entwarf er u. a. Plakate für Palmers, Sinalco und avancierte zu einem der beliebtesten Pin-up-Maler Österreichs. Ab 1947 Präsidiumsmitglied des BÖG.

Joseph Binder (Wien 3. 3. 1898-25. 6. 1972 Wien)
Von 1922-1926 Studium an der Kunstgewerbeschule in Wien bei Berthold Löffler. Ab 1924 eigenes Atelier. Führender österreichischer Plakatkünstler der Zwischenkriegszeit. Schuf zahlreiche Plakate für diverse Marken, u. a. den Meinl-Mohr. Ab 1936 freischaffender Maler und Graphiker in New York. Arbeitete für die Vereinten Nationen und die US-Navy. Ehrenmitglied des BÖG.

Heinrich Blechner (Wien 7. 3. 1895-21. 3. 1983 Wien)
Erste Ausbildung beim Maler Emilie Clottu in Biel in der Schweiz. Eröffnete nach dem 1.Weltkrieg ein Werbeatelier, das Entwürfe zu Plakaten, Messeständen und Werbung für namhafte Marken (Odol, Semperit) lieferte. Gestaltete 1947/48 Briefmarkenentwürfe für die Österreichische Post. Mitglied des BÖG.

Alexander Exax (Mürzzuschlag 2. 12. 1896-19. 4. 1994 Klagenfurt)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt u. a. bei Rudolf von Larisch. Von 1914-1917 Mitglied der Kunstgruppe des k. u. k. Kriegspressequartiers. Zwischen 1921 und 1925 als Graphiker in Griechenland und Rom tätig. Danach Rückkehr nach Wien, wo er mit seinem Jugendfreund Oskar Spitzer ein Werbeatelier "Exax-Spitzer" gründete. Nach Auflösung der Arbeitsgemeinschaft führte er um 1937 ein Atelier mit einer Schülerin unter dem Namen "Exax-Antl". 1945 übersiedelte er nach Kärnten und war in allen Sparten der Gebrauchsgraphik tätig. Seit November 1927 Mitglied im BÖG, dem er 1988 wieder beitrat.

Hans Fabigan (Wien 14. 6. 1901-23. 2. 1975 Wien)
Absolvierte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt. Arbeitete zunächst als Gebrauchsgraphiker, bis er 1927 nach Berlin ging, wo er als Modezeichner, Cartoonist und Werbegraphiker tätig war. 1933 kehrte er nach Wien zurück und setzte hier seine Arbeit als Gebrauchsgraphiker mit viel Erfolg fort. Er gestaltete in diesen Jahren Plakate für die Bereiche Mode, Kosmetik und auch für die "Wiener Städtische Versicherung". In den dreißiger Jahren zeitweise Ateliergemeinschaft mit Joseph Autherid. Von 1935 bis 1938 Leiter der Graphikklasse am Institut für Werbung und Verkauf, von 1947 bis 1951 Lehrer an der Modeschule der Stadt Wien. Ab 1951 Mitglied der Wiener Secession und des BÖG.

Ernst Ludwig Franke (Wien 23. 8. 1886-28. 12. 1948 Wien)
Ab 1918 als Plakatkünstler und Werbegraphiker tätig. Gestaltete neben Julius Klinger 1918 eines der modernsten Plakate zur Kriegsanleihe. In seinem sachlichen Plakatstil schuf er u. a. Plakate für "Piatnik-Spielkarten", Inserate für "Böhler-Stahl" sowie das Markenzeichen für "Wiener Gaskoks". 1924 Mitbegründer des BÖG, dessen Vizepräsident er wurde.

Lois Gaigg (Lebensdaten unbekannt)
Ab 1924 Mitarbeiter im Atelier Binder, wo er einer der führenden Graphiker war. Seit 1934 selbständig. Schuf Plakate für kommerzielle Zwecke und für den Fremdenverkehr, 1937 ein Werbeplakat für Österreich. Beteiligte sich an zahlreichen Plakatwettbewerben, gewann den Ausführungspreis beim Wettbewerb des Norddeutschen Lloyd und den 1. Preis für das Plakat der Fahrkartenlotterie der Österreichischen Bundesbahnen. Bis 1943 mit Plakaten nachweisbar. Im Zweiten Weltkrieg gefallen. Mitglied des BÖG.

Erwin Gibson (Lebensdaten unbekannt)
Besuchte die Schule von Ernst Deutsch-Dryden. Von 1927 bis 1929 betrieb er ein gemeinsames Atelier mit Hermann Kosel. War danach allein tätig.

Walter Harnisch (Wien 30. 5. 1906-?)
Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Alfred Roller, Anton Hanak, Franz Cizek und Berthold Löffler in den Jahren 1923 bis 1928. Schuf für den Verlag Jugend und Volk in Wien zahlreiche Illustrationen. Des weiteren entwarf er Ausstellungsbauten sowie Plakate und Prospekte. Um 1954/55 Gründung eines eigenen Werbeateliers.

Andreas Hemberger (Lebensdaten unbekannt)
Um 1928 in Frankfurt am Main und um 1936 in Berlin ansässig. 1936 auf der Ausstellung "Deutsche Werbegraphik" vertreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er in Österreich. Schuf für den Nationalratswahlkampf 1945 und 1949 Plakate für die Sozialistische Partei sowie Film- und Fremdenverkehrsplakate in den 50er Jahren.

Walter Hofmann (Olmütz 26. 6. 1906-3. 3. 1975 Wien)
1926-30 Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Berthold Löffler. Um 1932 Mitarbeit im Atelier "FF-Reklame". Gründete um 1930 das "Atelier Walter Hofmann". Bis 1954 rund 300 Wettbewerbspreise. Entwürfe von Plakaten, Verpackungen, Firmenmarken, Briefköpfen, Prospekten, Gestaltung von Messeständen. Mitglied der Wiener Secession und des BÖG. Zahlreiche Staatspreise und Anerkennungen.

Adolf Karpellus (Neu-Sandez/Galizien 8. 1. 1869-18. 12. 1919 Wien)
Studierte zunächst an der Wiener Akademie bei Christian Griepenkerl und Josef Mathias Trenkwald, dann in Paris an der Academie Julian. Nach Wien zurückgekehrt, beschäftigte er sich offenbar unter französischem Einfluß neben der Malerei sehr intensiv mit der Gestaltung von Plakaten und wurde damit einer der ersten Spezialisten in Österreich. 1905 Kollektivausstellung seiner Plakate im Wiener Künstlerhaus, dessen Mitglied er ab diesem Jahr war.

Julius Klinger (Wien 22. 5. 1976-1942?)
Studium am Technologischen Gewerbemuseum. Ab 1895 Zeichner beim Frauenmagazin "Wiener Mode", später Illustrator bei den "Meggendorfer Blättern". 1896 Übersiedlung nach München, ein Jahr später nach Berlin. Hier entfaltete er bis 1915 eine rege Tätigkeit im Bereich der Gebrauchsgraphik. Gemeinsam mit der Druckerei "Hollerbaum und Schmidt" entwickelte er eine neue Art der funktionellen Plakatgestaltung und errang damit bald internationale Anerkennung. Nach dem Krieg eröffnete er in Wien ein Atelier für Gebrauchsgraphik, in dem er auch Kurse für moderne Gebrauchsgraphik abhielt. 1923 Herausgabe des Musterbuches "Poster Art in Vienna". Gestaltete Plakate, Schutzmarken, Briefpapiere, Inserate und Schriften. Mitglied des Deutschen Werkbundes. Im Zweiten Weltkrieg verhaftet und laut Polizeiregister am 2. 6. 1942 nach Minsk abgemeldet, wo er wahrscheinlich noch im selben Jahr umgekommen ist.

Hermann Kosel (Wien 20. 3. 1896-12. 12. 1983 Wien)
Studium an der Wiener Akademie bei Rudolf Bacher und Ferdinand Schmutzer. Widmete sich zunächst der Porträtmalerei, später der Gebrauchsgraphik. Von Julius Klinger als Lehrer an dessen Privatschule für Gebrauchsgraphik engagiert. Führte zunächst gemeinsam mit Rolf Frey das "Atelier Cosl-Frey". Die in dieser Zeit entstandenen Plakate zeichnen sich durch einen lapidaren und monumentalen Flächenstil aus. Von 1927 bis 1929 führte Kosel gemeinsam mit Erwin Gibson das "Atelier Kosel-Gibson" und war ab 1929 alleine tätig. 1938 ging er in die Schweiz. Bis 1949 lebte er schließlich in Südfrankreich in Aix-en-Provence, wobei er ausschließlich als Maler tätig war (Landschaften). Seine gebrauchsgraphische Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Ehrenmitglied des BÖG.

Hugo Koszler (1899-?)
Arbeitete als Photograph bis etwa 1931 bei der Druckerei Elbemühl und gründete danach mit Justinian Frisch das Atelier "filiko". Dabei entstanden Arbeiten für namhafte Firmen wie Semperit, Siemens & Halske, Ankerbrot, Oetker u. a. Nach 1945 gründete er das "Atelier Koszler", in dem zahlreiche Graphiker tätig waren

Haimo Lauth (Wien 20. 11. 1931)
Selbständig seit 1955. Von 1961 bis 1964 Mitglied des BÖG.

Rudolf Matouschek (Lebensdaten unbekannt)
Gebrauchsgraphiker, der in der Zeit zwischen 1929 und 1960 mit verschiedenen Plakaten nachgewiesen ist.

Karl Puchleitner (Wien 11. 2. 1930)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien, seit 1957 selbständig. In Bremen war er für die Kogge-Werbung tätig. Von 1964 bis 1971 Mitglied im BÖG.

Victor Theodor Slama (Wien 26. 10. 1890-1. 12. 1973 Wien)
Autodidakt. Wandte sich nach 1918 neben der Malerei verstärkt der Gebrauchsgraphik zu. Schuf Fimplakate, Buch- und Zeitschriftenillustrationen, gestaltete Ausstellungen und inszenierte Massenfestspiele und Umzüge für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, für er auchWahlplakate entwarf. 1945 vom Wiener Bürgermeister Theodor Körner mit der Gestaltung der antifaschistischen Ausstellung "Niemals vergessen!" beauftragt. Initiator der Wiener Plakatwerbungsaktion "Galerie der Straße". Seit 1929 Mitglied des BÖG.

Roman Wachtel (Lemberg 1905-1985 Woodstock/USA ?)
Studierte an der Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad. War danach als selbständiger Werbegraphiker tätig. Er beteiligte sich regelmäßig an den Ausstellungen des Hagenbundes und der Secession. Im Jahre 1937 erhielt er den ersten Preis eines Plakatwettbewerbes der Österreichischen Bundesbahnen. Im Jahre 1938 emigrierte er nach Belgien. 1947 ging er nach New York, wo er als Werbegraphiker arbeitete. Seit 1965 in Woodstock ansässig, wo er die Woodstock Artist Association leitete.

Rudolf Wohlfahrt (Wien 13. 4. 1900-1. 5. 1972)
Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien. Seit 1946 als selbständiger Graphiker tätig. Betrieb ein Atelier mit Theo Kindel, tätig im Bereich Werbegraphik und Messebau. Ab 1946 Mitglied des BÖG.